Förderverein Kulturhistorisches Museum Nürnberg e.V.
Johann Hautschens Kunstwagen Johann Hautschens Kunstwagen

Erfindungen und Entdeckungen in Nürnberg bis 1806

(Quellen: Stadtarchiv Nürnberg, Stadtlexikon u.a.)

vor 1360 Erfindung des Schockenzugs (halbmechanisches Drahtziehen durch Schaukelstuhl) wohl in Nürnberg.

1363 Peter Stromer entwickelt die Nadelwaldsaat.

1390 Gründung der ersten deutschen Papiermühle durch Ulman Stromer.

1405 Das „Kriegsbuch" des Karl Kayser von Eichstätt zeigt erstmals die Nürnberger Schere, eine zu militärischen Zwecken verwendete Steigleiter.

1408/15 Erfindung des mechanischen Drahtzugs durch Wasserkraft (vom Rat gefördert).

1474 Johannes Regiomontanus veröffentlichte die „Ephemeriden", eine Tabelle mit rund 300.000 Zahlen und Symbolen, nach denen die Position auf See mit einfachen Mitteln bestimmt werden konnte.

Martin Behaim Globus1492 Martin Behaim läßt den ältesten noch erhalten Globus anfertigen (noch ohne Amerika).

1497 Größe, Füllung und Preis der „Nürnberger Bratwurst" wird erstmals durch Ratsverordnung festgelegt.

1505 Martin Löffelholz II. verfaßte eine technologische Bilderhandschrift, in welcher zum ersten Mal eine Hobelbank mit Schraubspannern abgebildet ist. Er entwickelte den Vorläufer der heutigen Vorderzange an der Hobelbank und konstruierte den ersten hölzernen Schraubstock.

1512 Peter Heinlein fertigte eine dosenförmige Kleinuhr, das Nürnberger Ei genannt. Damit war er einer der ersten Uhrmacher, der kleine, tragbare, präzise gehende Uhren herstellte, die bereits eine Gangdauer von 40 Stunden besaßen. Seine würfel- und trommelförmigen Uhren wurden 1521-25 vom Rat mehrfach als Ehrengeschenke angekauft.

1535/45 Um diese Zeit verbesserten Hans oder Wolf Danner die von der Messingbearbeitung bekannte Arbeitsweise, daß sie für gezogene Gewehrläufe aus Eisen genutzt werden konnte.

1540 Der Theologe, Mathematiker und Instrumentenmacher Georg Hartmann stelle die Inklination (Abweichung) der Magnetnadel fest. Er ist auch Erfinder des Kalibermaßstabes. (für Geschosse).

1550 Leonhard Danner erfand die Brechschraube, mit deren Hilfe Festungsmauern bis 4 m Stärke gebrochen werden konnten. Auch konstruierte er eine Messingspindel für Buchdruckerpressen, bei der nur die halbe Kraft aufzuwenden war, sowie eine Vorrichtung zum Prägen von hölzernen Spielsteinen.

1550 Am 12. August übergab der (Spinn-)Rädleinmacher Hans Lobsinger dem Rat eine Liste seiner „Künste" (darunter viele Erfindungen) mit 98 Einzelpositionen in zehn Bereichen:

  1. Drechslerarbeiten;
  2. Mühlbau (zum Sägen, Stampfen, Schleifen);
  3. Schreinerei und Schachtelmachen;
  4. Wasserkünste, Brunnenbau und Gebläse);
  5. Preß-, Gieß- und Formkünste);
  6. Zusammenfügen und Löten von Metallen;
  7. Ätzen und Farbmachen;
  8. Pulver und Feuerwerk;
  9. Chemikalien;
  10. Musikinstrumente.

um 1575 Der Organist Hans Haiden erfand das Nürnbergische Geigenwerk oder Geigen-Clavicymbel, dessen erstes Exemplar der Kurfürst von Sachsen erhielt. 1601 erhielt er darauf ein kaiserliches Privileg.

1590 Der Mathematiker und Astronom Johann Praetorius erfand die „Mensula Praetoriana", einen Meßtisch für Feldmesser, das Diopterlineal sowie Instrumente zur Verbesserung der kartographischen Vermessung.

um 1590 Paul Pfinzing d.Ä. erfindet den Schrittzähler für die Landvermessung.

1611 Erfindung der Wildrufpfeifen durch Georg Grün.

1615/17 Nicolaus Grün erfand den Wildruf (Pfeife), mit dem das Wild angelockt wurde.

1649/64 Der Zirkelschmied und Erfinder Hans Hautsch konstruierte zwei vorgeblich mechanische (jedoch durch vier verborgene Männer bewegte) Prunkwagen (1649), einen fahrbaren Sessel für Gichtkranke (1649), eine Feuerspritze mit einem durch einen Windkessel (Pumpenkessel) kontinuierlichen Wasserstrahl (1650), für König Ludwig XIV. von Frankreich lieferte er als Unterrichtsmaterial für dessen Sohn eine Schlachtdarstellung mit ca. 462 beweglichen Silbersoldaten und Gefechtslärm (1665), an den König von Dänemarkt lieferte er ein mechanisierten Puppenhaus mit über 100 Einzelbewegungen der Figuren (1664). Hautsch erfindet auch den Streuglanz (Metallpartikel aus Bronze).

Stephan Farfler Rollstuhlum 1660 Der an den Beinen behinderte Stephan Farfler konstruierte eine Art Rollstuhl, mit dem er sich mittels einer Kurbel bewegen konnte.

1664 Die Nürnberger Putz und Ott erhalten ein kaiserliches Patent auf ihre Hinterladergewehre.

1670 Der Glasschneider Heinrich Schwanhardt erfindet das Glasätzen.

1690 Professor Johann Christoph Wagenseil erfand den „Hydraspis" (Wasserski, Schwimmgürtel und Schwimmflossen).

um 1700 Johann Christoph Denner wird die Erfindung der Klarinette zurgeschrieben.

1717 Der Medizinprofessor Johann Heinrich Schulze entdecke die Lichtempfindlichkeit der Silbersalze und war damit ein wichtiger Wegbereiter der Photographie.

Impressum | Datenschutzerklärung | © Förderverein Kulturhistorisches Museum Nürnberg e.V.