Förderverein Kulturhistorisches Museum Nürnberg e.V.

Abschrift des Briefes an die Stadträte des Kulturausschusses und Entscheidungsträger der Stadt Nürnberg

Brief vom 5. Oktober 2010

Sehr geehrte Damen und Herren,
vor kurzem entnahmen wir einem Zeitungsbericht über die Haushaltsberatungen die Feststellung, daß für ein Kulturhistorisches Museum kein Geld vorhanden sei. Dies ist sehr schade und läßt darauf schließen, daß die Bedeutung dieses Themas noch nicht voll erkannt wurde.

In letzter Zeit wurde innerhalb weniger Wochen die Bereitstellung von 10 Millionen Euro für die Subkultureinrichtung des Z-Baus beschlossen. Für den kleinen Kreis der Nutzer ist dies sicher erfreulich, trägt jedoch nicht wesentlich zu einer nachhaltigen Stärkung des Ansehens Nürnbergs als Kunst- und Kulturstadt bei.

Für die Sanierung einer Villa in der Blumenstraße sind fast 6 Millionen Euro vorgesehen. 95% der Gesprächspartner halten das Projekt für ein totgeborenes Kind. Die wenigen Befürworter sind Beteiligte oder Amtsträger, wobei in manchen Fällen der Eindruck entsteht, daß es sich nicht um eine persönliche Überzeugung handelt.

Die Zielsetzung des Fördervereins wird häufig auf die Schaffung eines Kulturhistorischen Museums reduziert. Dabei geht es vorrangig um die Bedeutung Nürnbergs als eine für die Kunst und Geschichte bedeutendsten Städte Deutschlands, was nahezu in Vergessenheit geraten ist. Ein repräsentatives Museum ist eine Voraussetzung, um den alten Glanz Nürnbergs als frühe Kunst- Handels- und Kulturmotropole Europas wieder zu beleben.

In anderen Städten werden viele hundert Millionen Euro für die Errichtung, den Ausbau und die Renovierung von Museen aufgewendet, allein in Essen 120 Millionen für zwei Objekte. In Nürnberg wird das bedeutende kulturelle Erbe weitgehend versteckt, wie der beiliegende Internet-Auftritt der Museen zeigt. Der Kämmerer wirbt um Stifter und Mäzene. Für Mitglieder und Sympathisanten des Fördervereins ist die Behandlung dieses Personenkreises durch die Stadt und das GNM nicht ermutigend. Fast alle Stifter legen Wert auf eine nachhaltige sichtbare Verwendung von Zuwendungen, das Vergammeln in Depots zählt nicht dazu. Mögliche Stiftungen und Vermächtnisse in Millionenhöhe warten auf eine überzeugende Initialzündung durch die Stadt, um aktiviert zu werden.

Ein sehr angesehenes Vereinsmitglied sagte kürzlich im Beisein des Museumsdirektors: „Jeder kunst- und kultur-interessierte Bürger sollte Mitglied des Fördervereins werden“. Soweit sind wir leider noch nicht, aber auch die Altstadtfreunde haben sich aus einer kleinen Gruppe von Idealisten zu einer Bürgerbewegung entwickelt.

Für die Mitglieder des Kulturausschusses und andere Entscheidungsträger erinnert der Förderverein daran, daß sie zu einer Museumsfahrt nach Würzburg, Schweinfurt und Weimar eingeladen sind, um den Stellenwert von Museen in anderen Städten kennenzulernen. Gerne erwarten wir eine Liste der Interessenten.

Mit den besten Empfehlungen verbleibe ich
Ihr
gez. Manfred H. Grieb,
1. Vorsitzender Förderverein Kulturhistorisches Museum Nürnberg e.V.

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